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MAGNETPULVERPRÜFUNG (MT)

Die Magnetpulverprüfung (auch Magnetpulverrissprüfung oder Fluxen) ist ein zerstörungsfreies Verfahren zum Auffinden von Fehlern in oder nahe der Oberfläche von Werkstücken aus magnetisierbaren Stählen oder Gusseisen. Es handelt sich um ein bildgebendes Verfahren, das sich für Bauteile fast jeder Größe und Form eignet, sofern am jeweiligen Prüfort eine ausreichend hohe Magnetisierung realisierbar und eine visuelle Zugänglichkeit gegeben sind. Bei der Prüfung wird Magnetpulver entweder trocken oder mit einem Trägermedium (Wasser oder Öl) aufgetragen. Bei der Magnetisierung des Prüfstücks entsteht an den magnetisch schlecht leitenden Oberflächenrissen ein magnetischer Streufluss, der die Bildung einer Pulverraupe, d.h. die Konzentration des Pulvers oberhalb der Fehlstelle bewirkt. Durch Fluoreszenz oder Färbung lässt sich der visuelle Effekt verstärken. Zu beachten ist bei diesem Verfahren, dass im Anschluss an die Prüfung das Prüfstück entmagnetisiert und gereinigt werden muss, wobei die Magnetpulver-Suspension umweltgerecht zu entsorgen ist. Bei Verwendung fluoreszierender Prüfmittel sind außerdem Schutzmaßnahmen vor UV-Strahlung bzw. intensivem Blaulicht erforderlich. Die Magnetpulverprüfung ist ein etabliertes Prüfverfahren zur Erkennung von Oberflächenfehlern, das sich durch seinen geringen Zeitaufwand und die Anwendbarkeit auch bei komplexen Geometrien der Prüfstücke auszeichnet. Es eignet sich für geschmiedete oder gegossene Werkstücke wie z.B. Fahrwerksteile, Kurbelwellen, Schraubenfedern, Ketten, Achsschenkel, Bremsscheiben oder Zahnstangen. Es findet in vielen Bereichen Anwendung, z.B. im Stahl- und Anlagenbau, aber auch in der Automobilindustrie und Luftfahrtindustrie sowie bei der Herstellung von Halbzeugen oder Komponenten für Schienenfahrzeuge.

Normative Verweisungen:

AD 2000-Merkblatt HP 5/3 2002-01
Anlage 1
Zerstörungsfreie Prüfung der Schweißverbindungen – Verfahrenstechnische Mindestanforderungen für die zerstörungsfreien Prüfverfahren – Kapitel 4: Magnetpulverprüfung

DIN EN ISO 9934-1 2002-03 Zerstörungsfreie Prüfung – Magnetpulverprüfung – Teil 1: Allgemeine Grundlagen

DIN EN ISO 9934-1 2015-12 Zerstörungsfreie Prüfung – Magnetpulverprüfung – Teil 1: Allgemeine Grundlagen

DIN EN ISO 17638 2010-03 Zerstörungsfreie Prüfung von Schweißverbindungen – Magnetpulverprüfung

DIN EN ISO 17638 2015-05 Zerstörungsfreie Prüfung von Schweißverbindungen – Magnetpulverprüfung

DIN EN 1369 2013-01 Gießereiwesen – Magnetpulverprüfung

DIN EN 10228-1 1999-07 Zerstörungsfreie Prüfung von Schmiedestücken aus Stahl – Teil 1: Magnetpulverprüfung (zurückgezogene Norm)

DIN EN 10228-1 2012-12 Zerstörungsfreie Prüfung von Schmiedestücken aus Stahl – Teil 1: Magnetpulverprüfung (zurückgezogene Norm)

DIN EN ISO 10893-5 2011-07 Zerstörungsfreie Prüfung von Stahlrohren – Teil 5: Magnetpulver-prüfung nahtloser und geschweißter ferromagnetischer Stahlrohre zum Nachweis von Oberflächenunvollkommenheiten

ASME-Code 2010 + 2011a Addenda / Section V / Article 7 Magnetic Particle Examination

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